Puh, was ein Stress…

Sind nun auf der Autobahn Richtung Osna, hatten auf der letzten Etappe aber so etwas wie einen Anflug von Stress. Aber der Reihe nach:

Am Mittwoch, den 30.01., fuhren wir von Bocas del Toro nach San José, der Hauptstadt von Costa Rica. Die Busfahrt dauerte insgesamt mehr als 12 Stunden, immerhin war die Grenzkontrolle zwischen Panama und Costa Rica diesmal etwas entspannter. In Puerto Viejo machten wir eine zweistündige Pause, es gab etwas zu essen und wir chillten am Playa Negra.

Zwischen Limón und San José machten wir eine weitere Pause, diesmal gab es eklige Schweineschwarte zu essen. Musste man schon fast mit einem Bier runterspülen.

Irgendwann kamen wir dann aber im Hotel in San José an, das Hotel mutete erstmal stimmig an. Auf den zweiten Blick war das WiFi jedoch äußerst schwach und der Wasserdruck der Dusche entsprach nicht den Erwartungen des mitreisenden Sanitärfachmanns Christian.

Abends erkundeten wir die Gegend rund ums Hotel und man muss sagen, dass San José schon richtig gefährliche Ecken hat. Aber gut, in Berlin gibt es ja auch nicht nur tolle Bereiche. Müde waren wir noch nicht und gingen nicht nur wegen des Namens in die Kneipe „Stiefel“:

Am nächsten Tag schliefen wir aus, insgesamt etwa elf Stunden, hatten einiges nachzuholen. Nach einem guten Frühstück mit, natürlich, Reis und Bohnen, wollten wir die Stadt kennenlernen, waren jedoch nicht an Museen oder ähnlichen kulturellen Dingen interessiert, wir wollten den „Vibe“ der Stadt erleben. So gingen wir dann auf Märkte, die Jessica empfohlen hat und sahen eine etwas andere Welt. Früchte und Obst würde ich dort wohl laufen, Fleisch etc auf KEINEN Fall:

Direkt neben den Märkten sah man dann auch richtig viel Elend, Armut, Crack rauchende Obdachlose und leider auch Bettler mit offenen, eitrigen Wunden 🤢

Wir gingen später zum zentralen Platz, hier war richtig viel los. Leider ist den Costa Ricanern noch nicht gesagt worden, dass man die Ratten der Lüfte nicht füttern sollte:

Man kam sich fast vor wie in Hitchcocks „Die Vögel“.

Donnerstagabend ging ich dann noch mit Jessica, die in der Nähe von San José wohnt, chic essen, es ging zu einem tollen Argentinier unweit des Hotels:

Die Getränke schmeckten sehr gut, es war ein toller Abend. Irgendwann wollte ich Christian schreiben, dass wir noch im Restaurant sind, holte mir den WiFi-Code und da ging es dann los: gefühlt eine Million Mails von Delta, dass sich der Flieger verspäten würde und wir somit den Anschlussflug von Atlanta nach Detroit verpassen würden. Erstmal ein Schock, jedoch regelt Delta das sehr benutzerfreundlich über die App und ich wählte eine Verbindung aus, bei der wir nur noch in Atlanta umsteigen mussten und 3,5h Zeit dafür hatten. Sollte eigentlich locker reichen, was sich jedoch als Trugschluss herausstellen sollte. Naja, den tollen Abend mit der Tica hast dies nicht getrübt.

Der Wecker ging am 01.02. um 0530, um 0600 war der Uber-Fahrer pünktlich vor der Hoteltür und brachte uns zum Aeropuerto. Was wir bemerkten: der Costa Ricaner ansich steht früh auf, dementsprechend war dann auch der Verkehr.

Am Flughafen ging alles schnell und mit zwei Stunden Verspätung, über die wir aber via App informiert waren, flogen wir nach Atlanta.

In Atlanta angekommen mussten wir ja eigentlich nur zum Gate des Flugs nach Amsterdam. Weil der Ami aber zu blöd ist, am Flughafen Transitbereiche vorzuhalten, muss man erst ins Land einreisen und dann wieder neu einchecken. Da wir drei Stunden Zeit hatten, dachten wir, ein ausreichendes Zeitpolster zu haben. PUSTEKUCHEN!

Es wurde so knapp, dass wir als eine der letzten Passagiere den Flieger gerade noch so erwischten. Wir bekamen die gefühlt schlechtesten Sitze, also in der Vierer-Reihe in der Mitte die beiden mittleren Sitze. Die Frage nach einem Upgrade aufgrund der Scherereien wurde geflissentlich ignoriert. Der Flug war richtig kacke, das Essen eklig und somit sind wir nun über 24 Stunden wach. Dennoch sind wir in zwei Stunden spätestens in Osna und freuen uns auf Mettbrötchen, gemütliche Betten, Duschen mit hohem Wasserdruck und natürlich auch auf die fleißigen Leser.

Zu San José sei noch gesagt, dass man nicht unbedingt wegen dieser Stadt nach Costa Rica fliegen sollte, das Land hat viel, viel mehr zu bieten. Man merkt aber hier, dass die Leute in Costa Rica, zumindest im Central Valley, sehr gebildet sind, es gibt hier viele Unis, alle beherrschen Englisch und sind sehr hilfsbereit. Man könnte sagen, dass San José, wie auch der Rest von Costa Rica so wie Spanien ist, wenn die nicht von der EU die ganze Infrastruktur bezahlt bekommen hätten. Zu Costa Rica allgemein werde ich aber noch einmal ein gesondertes Fazit schreiben. Soviel vorab: es hat uns richtig, richtig gut gefallen, wir fühlten uns immer sicher und das Land ist ein sehr weit entwickeltes, tolles Land mit sehr entspannten und mega netten Menschen.

Sehen uns heute Abend in der Neumarkt-Mühle!

¡PURA VIDA!!!