Bagan, Ort der Sehnsucht, der Tempel, der Könige, Buddhas und natürlich des Bieres. Nach einer ewig anmutenden Busfahrt (ca. 10 Stunden) mit dem Qualitätsunternehmen JJ Express, welches uns auf der langen Fahrt mit Filmen, Decken, Snacks und weiteren Annehmlichkeiten umschmeichelte, sind wir gegen 5 Uhr morgens in Bagan angekommen. Hier ein paar Eindrücke:

Kaum aus dem Bus, wurden wir direkt von den örtlichen Taxifahrern umgarnt. Diese zutrauliche Art empfanden wir jedoch als ein wenig störend. Egal, mit einem Pärchen aus der Schweiz ein Gefährt zum Hotel geteilt, welches uns jedoch zu dieser unbuddhistischen Zeit nicht gerade mit offenen Armen empfing. Kannten wir bislang anders. Da unser Zimmer erst um 9 Uhr fertig sein sollte (anders als vorab vereinbart), müssten nur 2 übermüdete Europäer 3 Stunden irgendwie überbrücken. Da trifft es sich, das vor dem Hotel ein paar E-Roller (umgerechnet übrigens 5 Euro pro Tag) für uns bereitstanden, damit wir uns auf den Straßen Myanmars wach halten konnten. Passenderweise kündigte sich kurz darauf auch der neue Tag an, den man in Bagan tunlichst in der Nähe einer Pagode oder eines Sees begrüßen sollte. Gesagt, getan:

Dachten sich auch ein paar Touris, die 250 Dollar für eine Fahrt mit dem Heißluftballon latzten und uns dieses Schauspiel boten:

Schnell wieder zurück ins warme Hotel (im frühmorgendlichen Fahrtwind waren es gefühlt 5 ° über Null) um zu schauen, ob Zimmer und Frühstück bereits angeboten wurden. Ersteres leider Nein, Letzteres mutete zu westlich an, als das wir uns daran gütlich tun wollten. Daher wieder auf den Roller. Umme Ecke gab’s einen schmuddeligen Laden namens „Father & Son“, der für umgerechnet 4 Euro für 2 Personen eine warme Köstlichkeit auf den Tisch zauberte:

Blieb übrigens wieder drin… Ab zum Hotel, diesmal mit dem eisernen Willen, aufs Zimmer und für 2 Stunden die Augen ausruhen zu können. Hat halbwegs gut geklappt. Zimmer bislang das schlechteste, aber dennoch ok! Nach einer kurzen Pause ging es wieder auf den Roller, nun zu allerlei Pagoden:


Nachdem wir den Sonnenaufgang genießen durften, sollte der Sonnenuntergang diesem natürlich in nichts nachstehen. Unser ausgesuchter Spot ist seit dem Erdbeben August 2016 jedoch nicht mehr sicher, daher wurden wir von ein paar Locals zu nem anderen Aussichtspunkt gebracht. War eine gute Wahl: Zum Abschluss gab es noch ein „paar“ Biere und zwei Abendessen. Zwei? Jo, war so günstig und die Speisen sind zu köstlich hier. Dies stellte sich jedoch am nächsten Morgen als keine gute Wahl heraus, man hatte mit einer kleinen Verstimmung des Magens zu kämpfen. Ging aber schnell wieder klar… daher wieder schnell auf den Roller und Richtung Old Bagan mit seiner hohen Tempeldichte. Eine nette Einheimische zeigte uns einen guten Spot für den späteren Sonnuntergang: Dennis nannte sie passenderweise die burmesische Pocahontas Irgendwann waren wir’s jedoch leid und brauchten in New Bagan eine Pause zur Stärkung (für mich nur eine Obstschale): Über ein paar Umwege gelangten wir am Nachmittag wieder zum Hotel für ein wenig quality-time am winzigen Pool: Eine kühle Coke Zero und ein paar Schnarcher vom Brüderchen später schwangen wir uns wieder auf unsere treuen Ponys und fuhren gen Westen, immer dem Sonnenuntergang entgegen. Der Tempel vom Vormittag entpuppte sich tatsächlich als ideal… wurde aber von der „Tourist Police“ bewacht, welche sich darum sorgte, dass die nichts ahnenden Westler nicht von lockeren Ziegelsteinen aufgrund des bereits angedeuteten Erdbebens erschlagen werden. Ergo, kein Zutritt. Da die Zeit drängte, musste nun ein neuer Aussichtspunkt her. So ging’s fluchs in die Nähe der Sulamani-Pagode, war auch nett: Zum Abschluss des zweiten Tages in Bagan abermals in zwei Restaurant gewesen. Einmal hemdsärmelige, burmesische Küche: Danach durfte sich Dennis noch einmal am BBQStand austoben. Netterweise gab es nur leicht verdauliche Kost wie Schweineohr und Hühnerfüße. Für den Geschmack auch noch gegrillte Knoblauchzehen… Die Öhrchen waren lecker, die Füße super schrecklich. Danke, Bruder 😉 Schlussendlich gaben wir die Roller beim Supermarkt in der Nähe ab und gönnten uns noch ein paar Fläschchen des hiesigen Gerstensaftes fürs Hotelzimmer. Morgen Mittag geht es dann per Bus nach Mandalay, dem letzten Stop in Myanmar. Wir sind sehr gespannt, aber die 5 Stunden Busfahrt werden sicher nervig. Gute Nacht! Philipp